Studie belegt: Telecoaching hilft Kosten sparen
München, April 2011. Eine telemedizinische Betreuung kann insbesondere die Behandlungssituation chronisch Kranker deutlich verbessern, deren Lebensqualität erhöhen und zusätzlich Kosten senken. Dies zeigt sich besonders eindrucksvoll am Beispiel der chronischen Herzinsuffizienz.
Prof. Dr. med. Martin Middeke, Leiter des Hypertoniezentrums München und Mitglied des Expertenbeirats der almeda, erläutert in einem Gastbeitrag die Studienlage zum Thema „Telemedizinische Betreuung chronisch Kranker.“
Der stärkste Wirkfaktor im Rahmen der telemedizinischen Betreuung ist die telefonische Betreuung (Telecoaching) der betroffenen Patienten – eine besondere Stärke der almeda-Gesundheitsprogramme. Die erste kontrollierte Studie in Deutschland zur chronischen Herzinsuffizienz hat dies mit entsprechenden Zahlen belegt (1,2): Unsere Studie ist mit 500 Patienten eine der größten Studien weltweit. In 2010 wurden unsere Daten vom angesehenen Cochrane Institut im Rahmen einer Metaanalyse publiziert (3).
Die Autoren der Metaanalyse kommen zu dem Schluss: „Structured telephone support and telemonitoring are effective in reducing the risk of all-cause mortality and CHF-related hospitalisations in patients with CHF; they improve quality of life, reduce costs, and evidence-based prescribing (3).“ Neben einer deutlichen und signifikanten Mortalitätssenkung konnten wir mit unserem Design eine Kostenersparnis von etwa 3000,- Euro pro Patient pro Jahr erreichen.
Telemonitoring alleine reicht aber nicht aus, um die Behandlungssituation zu verbessern, wie eine aktuelle Studie aus den USA zeigt (4). Auch die richtige Auswahl der Patienten ist entscheidend. Hier haben wir mit der Aufnahme der Patienten nach einem stationären Aufenthalt wegen Dekompensation und mit der Auswahl höherer Schweregrade, die besonders hohe Kosten verursachen, offenbar sehr richtig entschieden. Weitere Indikationen für ein Blutdruck- Telemonitoring und eine telemedizinische Betreuung sind auf dem Gebiet der Hypertensiologie die schwer einstellbare Hypertonie, hypertensive Krisen, Schwangerschaftshypertonie und andere.
Telemedizinisch betreute Programme zur Gewichtsreduktion eröffnen neue Möglichkeiten für eine langfristige erfolgreiche Gewichtsabnahme, zum Beispiel bei übergewichtigen und adipösen Hypertonikern und Diabetikern.
Das gleichzeitige Monitoring von Gewicht, Blutdruck und Blutzucker ist sehr gut geeignet, insbesondere die nicht medikamentösen Maßnahmen zu unterstützen, die Motivation zu Lebensstiländerungen zu erhöhen und die parallelen Veränderungen zu dokumentieren und für den Patienten transparent zu machen.
(1) Kielblock B, Frye Ch, Kottmair S, Hudler T, Siegmund-Schultze E, Middeke M. Einfluss einer telemedizinisch unterstützten Betreuung auf Gesamtbehandlungskosten und Mortalität bei chronischer Herzinsuffizienz. Dtsch Med Wochensch 2007;132 (9): 417–22.
(2) Blasius M. P4874 Impact of telemetric management on overall treatment costs and mortality rate among patients with chronicheart failure. European Heart Journal 2008;29 (Suppl 1):856.
(3) The Cochrane Library Structured telephone support or telemonitoring programmes for patients with chronic heart failure. 2010, Issue 8, http://www.thecochranelibrary.com
(4) Chaudhry SI, Mattera JA, Curtis JP et al. Telemonitoring in Patients with Heart Failure. N Engl J Med 2010;363:2301-9.
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