almeda übernimmt Coaching von Schwangeren

München, 2016. Im Rahmen des wissenschaftlichen Projekts BaTeleS – Bayerisches Telemedizinprojekt Schwangerschaft – betreut almeda telemedizinisch Schwangere mit sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES) oder entsprechenden Risikofaktoren.

Ziel des Projekts ist es, einen Zusatznutzen der telemedizinischen Betreuung, d. h. von Telemonitoring und Telecoaching im Vergleich zur regulären gynäkologischen Behandlung nachzuweisen. Der Zusatznutzen definiert sich u. a. als Reduktion der Schwangerschaftserkrankungen und der Frühgeburten.

HES sind eine der häufigsten Ursachen für die Sterblichkeit von Mutter und Kind. Darunter fallen neben dem Bluthochdruck auch weitere Erkrankungen wie z. B. die Präeklampsie, die durch Bluthochdruck, Ödeme und eine übermäßige Ausscheidung von Eiweiß gekennzeichnet ist. Das Risiko für eine Frühgeburt ist bei dieser Erkrankung stark erhöht.

Zur Vermeidung einer HES ist die frühzeitige Erkennung einer Risikoentwicklung wichtig. Die tägliche Blutdruckmessung und Gewichtskontrolle sowie ihre telemetrische Übertragung zu almeda mit einer zeitnahen Auswertung der Daten (Telemonitoring), ermöglichen es, Risiken rechtzeitig zu erkennen. Damit kann die Entwicklung von Komplikationen verhindert werden.

Neben dem Telemonitoring umfasst die telemedizinische Betreuung auch das Telecoaching. Dabei soll auf der Basis regelmäßiger Telefongespräche durch einen festen Ansprechpartner gesundheitsförderndes Verhalten mit der Teilnehmerin aufgebaut und aufrechterhalten werden. Fester Bestandteil jedes Gesprächs ist die Besprechung der gemessenen Blutdruck- und Gewichtsdaten. Darüber hinaus wird die Teilnehmerin zu weiteren medizinischen Aspekten individuell und situationsbedingt informiert und geschult, z. B. zu Risiken während der Schwangerschaft oder zu notwendigen Vorsorgeuntersuchungen. Hierbei werden zusätzlich speziell entwickelte und von Experten qualitätsgesicherte schriftliche Schulungsmaterialien eingesetzt.

Ein weiteres wichtiges Thema in den Gesprächen ist die langfristige Lebensstiländerung in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen, Stressbewältigung und Schlafverhalten. Denn neben medizinischen Risikofaktoren und Erkrankungen kann auch ein ungesunder Lebensstil wie Stress, eine Mangel- oder Fehlernährung und das Rauchen als Risikofaktor zu Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt führen.

Insgesamt werden 160 Schwangere in das Projekt einbezogen. Davon wird die Hälfte einer Kontrollgruppe zugeführt. Die Dauer des Projekts beträgt zwei Jahre. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit finanziell gefördert. Projektträger ist das Blutdruckinstitut München.

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